Am 27. März 2026 genehmigte der ICAO-Rat den ersten koordinierten internationalen Standard für tragbare Batteriepacks in Flugzeugkabinen. Anders als frühere Regeländerungen — die von einzelnen Fluggesellschaften oder nationalen Behörden ausgingen — ist dieser für alle 193 ICAO-Mitgliedstaaten gleichzeitig verbindlich. Neue Kapazitätsgrenzen wurden dabei nicht erfunden; die bestehenden Schwellenwerte von 100 Wh / 160 Wh aus den grundlegenden IATA/ICAO-Regeln bleiben unverändert. Neu hinzugekommen sind drei konkrete, bisher airline-optionale Einschränkungen, die jetzt eine Mindestanforderung für jede internationale Fluggesellschaft darstellen.
Die drei Dinge, die sich geändert haben
- Maximal zwei Powerbanks in der Kabine. Unabhängig von der Wh-Stufe sind Passagiere auf internationalen Flügen jetzt auf zwei Powerbanks begrenzt. Zuvor galt die Obergrenze von 2 Stück nur für die Genehmigungsstufe 100–160 Wh; für Geräte unter 100 Wh gab es auf ICAO-Ebene überhaupt kein Mengenlimit.
- Kein Laden von Powerbanks und kein Laden über sie während des Fluges. Sie dürfen eine Powerbank nicht an den USB-Anschluss des Sitzes anschließen, um sie aufzuladen, und sie auch nicht verwenden, um Ihr Telefon oder Ihren Laptop während des Fluges zu laden. Dies übernimmt die IATA-Passagierrichtlinie vom 1. Januar 2026, die viele Airlines bislang als optionale Unternehmensrichtlinie behandelt hatten — sie ist jetzt eine verbindliche Grundlage.
- Keine Aufbewahrung im Gepäckfach. Powerbanks müssen an einem Ort bleiben, den die Crew innerhalb von Sekunden sehen und erreichen kann — am Körper, in der Sitztasche oder in einem persönlichen Gegenstand unter dem Sitz. Die Begründung ist unmissverständlich: Ein Batteriebrand durch thermisches Durchgehen muss schnell erkannt und isoliert werden, und ein Gepäckfach verzögert dies um die Zeit, die nötig ist, um es zu öffnen und Taschen zu durchsuchen.
Dies ist eine Untergrenze, keine Obergrenze. Einzelne Fluggesellschaften können und dürfen strengere Limits über der ICAO-Basis anwenden — Emirates begrenzt Passagiere beispielsweise seit Jahren auf eine Powerbank. Prüfen Sie vor jedem Flug immer die aktuelle Richtlinie Ihrer Airline, besonders auf den unten genannten Strecken.
Warum die ICAO jetzt gehandelt hat
Auslöser war eine Serie von Lithiumbatterie-Vorfällen in der Kabine im Verlauf von 2024 und 2025. Allein die FAA hatte bis Juni 2025 in den USA bereits 38 gemeldete Vorfälle erfasst. Den entscheidenden Anstoß gab offenbar Air China Flug CA139, bei dem sich im Oktober 2025 eine Powerbank in einem Gepäckfach entzündete — ein Szenario, das die neue Aufbewahrungsregel gezielt verhindern soll, da die Crew die Rauchquelle nicht schnell erreichen konnte.
Wie US-Fluggesellschaften reagiert haben
Die ICAO setzt die Untergrenze; jede Airline veröffentlicht weiterhin ihre eigene Richtlinie darüber hinaus, und die großen US-Airlines haben sich nicht auf identische Regeln geeinigt. Hier ist der Stand, den jede zum Zeitpunkt dieses Artikels bestätigt hat:
| Airline | Gepäckfach | Kabinenlimit | Wh-Grenze | Gültig ab |
|---|---|---|---|---|
| United | Verboten — muss am Körper, in der Sitztasche oder im Gegenstand unter dem Sitz bleiben | 2 Powerbanks | Bis zu 160 Wh | 1. März 2026 |
| American Airlines | Muss sichtbar und in Reichweite bleiben | 2 Powerbanks | Bis zu je 100 Wh | 1. Mai 2026 |
| Southwest | Keine veröffentlichte Gepäckfach-Regel über die ICAO-Basis hinaus | 1 Powerbank | Bis zu 100 Wh | 20. April 2026 |
| Delta | Keine veröffentlichte Gepäckfach-Regel über die ICAO-Basis hinaus | 2 Powerbanks | Bis zu 160 Wh | Angepasst an ICAO, 27. März 2026 |
| JetBlue / Alaska | Keine airline-spezifische Aktualisierung veröffentlicht | ICAO-Basis gilt (2) | Bis zu 160 Wh | ICAO-Basis, 27. März 2026 |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: United war zuerst — das Gepäckfach-Verbot lag fast vier Wochen vor dem eigenen Stichtag der ICAO, was United zur ersten großen US-Airline macht, die reagierte. Zweitens: Southwest und American sind bei der Kapazität strenger als die ICAO-Untergrenze: Beide begrenzen Passagiere unter die ICAO-Obergrenze von 160 Wh, nämlich auf 100 Wh, und Southwest erlaubt nur ein Gerät statt zwei. Ist Ihre Powerbank zwischen 100 Wh und 160 Wh eingestuft, kann sie bei Delta oder United in Ordnung sein, aber am Gate bei Southwest oder American abgelehnt werden — prüfen Sie vor dem Packen die konkrete Airline, nicht nur die ICAO-Basis.
Was das bedeutet, wenn Sie bald fliegen
- Packen Sie nicht mehr als zwei Powerbanks ins Handgepäck, und prüfen Sie die Seite Ihrer Airline, wenn Sie zwei mitführen — manche Fluggesellschaften erlauben inzwischen nur eine.
- Halten Sie sie bei jeder Airline aus dem Gepäckfach heraus, auch wo es noch keine schriftliche Regel gibt — die Crew setzt dies zunehmend als informelle Praxis vor der formellen Richtlinie durch.
- Schließen Sie sie nicht an eine Steckdose oder einen USB-Anschluss des Sitzes an und nutzen Sie sie nicht, um während des Fluges ein anderes Gerät zu laden.
- Liegt Ihr Gerät bei 100–160 Wh, bestätigen Sie, dass Ihre konkrete Airline es weiterhin erlaubt — mehrere US-Fluggesellschaften haben 2026 still auf eine Obergrenze von 100 Wh verschärft.